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Sonntagsgedanken: Fehlt das Wichtigste?

Zu positiver und negativer Verstärkung

Ich verfolge interessiert die Diskussionen um die Lerntheorie, bzw. deren Anwendung im Pferdetraining. Also positive und negative Verstärkung bzw. positive und negative Strafe.

(Kurze Erläuterung: Positive Verstärkung ist in der Lerntheorie das Hinzufügen von etwas Angenehmem (Futterlob zum Beispiel), negative Verstärkung das Wegnehmen von etwas Unangenehmem (Druck zum Beispiel)).

Druck – was ist das? Geht es überhaupt ohne und wie beeinflusst er das Wohlbefinden meines Pferdes? Und so weiter.

Und bei all diesen Diskussionen beschleicht mich regelmässig das Gefühl:

Das Wichtigste fehlt da – irgendwie. 

Es geht mir dabei so ähnlich wie damals vor 30 Jahren im Biologie-Studium beim Thema Genetik (mein Diplomthema).

Ich hatte da auch so ein Gefühl, dass das was ich da gelernt habe mit DNA und Chromosomen und Vererbung und Genen einfach irgendwie nicht alles sein kann.

Nicht dass es falsch wäre, aber unvollständig. Es kann nicht alles sein, im Sinne von, ich kann mir nicht vorstellen, dass Vererbung nur daraus besteht. 

Ich stellte dann die Theorie auf, dass möglicherweise die mitochondriale DNA viel mehr mitspielen und würde und auf eine Weise, die wir noch nicht verstanden hätten. (Mitochondrien sind Zellorganelle, die ebenfalls DNA enthalten).

Und genauso geht es mir mit der Lerntheorie

Mein Gefühl sagt mir, dass das nicht alles sein kann. Ich gehe sogar so weit, dass ich behaupte, mit jeder “Methode” kann ein Pferd glücklich werden. Einfach weil ich es so beobachtet habe.

Und ich oute mich jetzt hier mal als immer schon bekennende “Natural Horsemanship – Skeptikerin”. Ich mochte das einfach nie und als ich mich mal mit den 7 “Spielen” (Spiele? was bitte daran hat mit spielen zu tun, das ist alles todernst) befasst habe, hab ich mich dann gefragt, wie Raphaël das denn alles gelernt hat ohne die 7 Spiele und festgestellt, dass das unser Muli Walter nur sehr sehr skeptisch macht und keinesfalls kooperativer.

Dennoch, ich kenne eine junge Frau im Nachbardorf, die ihre Freibergerstute mit dieser Methode ausgebildet hat und die beiden strahlen um die Wette.

Was ich sonst so sehe an Vorführungen und im Internet, lässt mein Herz weniger hoch schlagen. Aber sind die beiden nicht ein Beweis, dass ein Pferd trotzdem glücklich sein kann?

Vielleicht weil das Fundament passt, das Wichtigste?

Also: Die Lerntheorie stimmt UND es fehlt was. Ich stelle die Vermutung an, dass es sich um die schwer in Worte zu fassende gefühlsmässige Verbindung handelt. Gefühle und Emotionen und eben das, was das Fundament der Ausbildung bildet. Das Wort “Liebe” möchte ich in diesem Zusammenhang nicht weiter strapazieren.

Dort vermute ich den fehlenden Teil

In diesem unangenehm schlecht definierbaren Teil von uns – in dem Pferde einfach so zu Hause sind. In dieser Welt der Empfindungen. Die tiefer gehen, als die von den Wissenschaftern in die Lerntheorie eingebundenen “Freude, Spass”, “Frustration Ärger”, “Erleichterung” und “Angst oder Stress”.

Ich versuche ab und zu mir vorzustellen, wie es sich denn für mein Tier anfühlt, wenn es sich “entscheidet”, etwas zu tun oder eben nicht zu tun. Also ob der Hund kommt, wenn ich rufe.

Wie fühlt sich das an? Weil nachdenken tut er eher nicht.

 

Ich lag übrigens bei der Genetik falsch – es ist noch viel verrückter 

Meine Vermutung über den Einfluss der mitochondrialen DNA war zwar nicht ganz falsch (sie spielt bei der mütterlichen Vererbung eine Rolle) aber es ist wie in der Zwischenzeit klar wurde, noch viel spannender als ich es mir damals vorgestellt hatte.

Vielfältiger, unglaublicher – es gibt heute einen Wissenschaftszweig dafür, der sich Epi-Genetik nennt. Und da hat sich gezeigt, dass Erlebnisse, Gefühle und Emotionen die Struktur der Gene und damit ihre Ausdrucksweise beeinflusst. Und dass das sogar vererbt werden kann.

Ist das nicht verrückt?

 

 

Was ist ein Pferd wert?

Schon mal darüber nachgedacht?

In den letzten Wochen haben mich dabei einerseits mein verstorbener goldener Raphaël und andererseits die Auktionen in Aachen (Lipizzaner aus Frankreich) und in Österreich (Noriker) zum Denken angeregt.

Es gibt  einen Marktwert, einen ideellen Wert, einen Schlachtpreis – und insgesamt die Frage nach dem Wert eines Lebens.

Es gibt auf der Erde ausser dem Menschen kein Lebewesen, das Geld benutzt und das dazu tendiert, den Wert von etwas nach Geld zu bemessen. Es gibt das Leben und den Menschen aber schon viel länger als es Geld gibt.

Ich finde Geld nicht schlecht, Geld ist ein tolles Werkzeug! Solange es so benutzt wird, dass es dem Leben dient. Aber den Wert eines Lebewesens in Geld anzugeben, da fangen bei mir die Gedanken zu drehen an.

Aber mal der Reihe nach:

Der  Marktwert

Zuerst mal den gibt es den Marktwert. Der setzt sich zusammen aus Punkten wie Eigenleistung, Abstammung, Rassezugehörigkeit, Exterieurqualität etc. Und natürlich richtet er sich auch danach, was irgendjemand zu zahlen bereit ist.

Die allerwenigsten Pferde – abgesehen von ein paar Top-Sport-Kandidaten – werden heute noch zu Preisen verkauft, die dem Vorbesitzer oder Züchter einen saftigen Gewinn verschaffen.

Denn ein Züchter investiert ja auch viel: Die Stute will versorgt werden, der Decksprung, Tierarzt, Registrierung, das Fohlen füttern, misten und pflegen – wenn man da noch etwas für die Arbeit einrechnen würde, dann sähe die Rechnung für die Züchter noch ernüchternder aus..

Für ein solches junges Pferd sollten wir also mit Freuden einen Preis zahlen, der die sorgfältige Aufzucht und liebevolle Versorgung unseres zukünftigen Begleiters auch abdeckt. Schliesslich hat der Züchter unserem zukünftigen Liebling einen guten Start ins Leben ermöglicht.

Diese im Grunde normalen Preise werden aber immer mehr und immer öfter in Frage gestellt. 

Ich spreche hier nicht von jenseitigen Preisen für einen Freizeitreiter sondern von  Preisen für gesunde Jungpferde. Nur weil es heute an bald jeder Ecke Pferde zu Schleuderpreisen gibt, sind Pferde nicht weniger “wert”.  Ich habe mir bisher nur ein einziges meiner Pferde tatsächlich ausgesucht, das war Penta. Die anderen sind einfach aufgetaucht und haben mich angesprochen. Beim Züchter über ein Bild oder live, als Notfall oder als ganz normales Verkaufspferd.

Die Kosten für  Unterhalt, Ausrüstung, Tierarzt und eventuell die Ausbildung eines Pferdes übersteigen den Kaufpreis üblicherweise innerhalb  kurzer Zeit. Somit könnte man auch dieses Geld zur Seite legen und ansparen wenn ein Pferd etwas mehr kostet, als man gerade zur Verfügung hat.

Geiz ist alles andere als geil – ein Pferd ist keine Stereoanlage

Sicher ist der finanzielle Wert eines Pferdes sowieso nie. Dem Pferd könnte täglich etwas passieren kann und ab einem gewissen Alter sinkt der Marktwert ganz von selbst. Nicht aber der ideelle Wert.

Und wenn es so läuft wie es für das Pferd wünschenswert ist, nämlich dass es bei seinem neuen Besitzer lange bleiben kann, dann ist ein Pferd wohl in den seltensten Fällen das was man eine “gute Investition” nennen würde, rein finanziell gesehen. Sogar bei den Hochpreisklassen ist finanzieller Erfolg im Pferdebusiness alles andere als garantiert – siehe die Rechnung bei Totilas, die nicht aufgegangen ist (wie einiges andere auch nicht, aber das ist ein anderes Thema).

Der wirkliche Wert eines Pferdes ist für mich ein ganz anderer 

Was bringt mir ein Pferd?

Wir können noch so vernünftig sein, die wirklichen Antriebe für Entscheidungen sind Emotionen. Das ist längst wissenschaftlich belegt. Und es ist auch völlig in Ordnung. (Ein spannendes Buch dazu ist zum Beispiel: “Denken hilft zwar, nützt aber nichts” von  Dan Ariely, in dem er viele auch amüsante Forschungsanordnungen beschreibt ).  Entschieden wird auf Grund emotionaler Faktoren. Immer. Der Verstand versucht, uns im nachhinein Begründungen dazu zu liefern.

Wir erhoffen uns vom Pferd vielleicht die Erfüllung eines Kindertraumes, erhabene Momente im Sattel (ich träume bis heute vom Galopp am Strand auf meinem eigenen Pferd), eine Rückverbindung zur Natur, einfach Freude an dem wunderschönen Anblick, was auch immer. Und Pferde tun uns ja auch gut, was ebenfalls wissenschaftlich belegt ist und worüber ich auch bald schreiben möchte.

Mein Goldprinz Raphaël oben im Bild ist Ende August völlig unerwartet im Alter von 11 Jahren gestorben (Darmverschluss, inoperabel). Sein Sterben hat mich einiges Geld gekostet und im Rückblick auf die gut 10 gemeinsamen Jahre bekommt “der Wert eines Pferdes” eine ganz andere Dimension.

Raphaël war ein geduldiger, sanftmütiger und sensibler Lebensbegleiter, von der ersten Begegnung an war er ein Freund im Pferdekörper. Einer unter x-tausenden, genau DER.

Ich habe sogar Mühe damit zu sagen, er wäre “mein” Pferd gewesen, im Sinne eines Besitzes.

Klar, ich hab für ihn bezahlt, den Kaufpreis, Unterhalt, Tierarzt, Hufpfleger und so weiter, was halt dazugehört. Wie aber sollte ich ein Lebewesen besitzen können? Ich hätte ihn nicht einfach so gehen lassen, wenn ich dazu etwas zu melden gehabt hätte.

Mir gefällt die Forumlierung besser: Er hat zu mir gehört. 

Natürlich liegt die Verantwortung für das Pferd (oder ein anderes Tier) bei uns, nachdem wir es gekauft haben. Dennoch hätte ich den Wert, den Raphaël für mich hatte und hat, mit Geld nicht aufwiegen können.

Raphaël war das erste Pferd, dass ich selbst angeritten habe, ich hatte zu ihm völliges Vertrauen.  Es ist auch tatsächlich nie jemand von ihm runtergefallen und er hat nie jemandem wirklich weh getan. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich Blut geschwitzt habe, als ich mit ihm als 4jährigem Hengst mitten in der Menschenmenge auf unseren Auftritt an einer Messe warten musste. Es passierten solche Dinge wie dass eine Mutter den Buggy mit ihrem Kind quasi unter seinen Hals schob, damit ihr Töchterlein das ach so süsse Pferdchen von unten streicheln könnte. Mein Gott! Er blieb ruhig, äusserlich zumindest.

Rapahaël war das problemloseste Pferd, das ich je hatte. Er hat mir grosse Geschenke gemacht, er hat mich getragen, auch im übertragenen Sinne. Ich hätte ihn um kein Geld der Welt verkauft.

Jedes Haar ist eine Million wert

Wie unser Sohn Jan über seinen sehr haarigen Sheltie Carino zu sagen pflegt: Jedes Haar von ihm ist eine Million wert. Kommt immer drauf an für wen!

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Und dass Carino unser teuerster Hund aus einer guten Schweizer Zucht ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Er war einfach der Richtige. Auch wenn es tausend günstigere gegeben hätte. Was spielt das in den mittlerweile 11 Jahren für eine Rolle?

Steh zu Deinen Gefühlen – die sind nicht doof

Ich denke, es würde Sinn machen, wenn wir zu unseren Emotionen und zu unserer Intuition genauso wie zu unseren Träumen und Wünschen stehen. Das Pferd wertschätzen und ebenso die Menschen, die es möglich machen, dass genau dieses Tier zu uns kommen konnte.

Ich verstehe jeden, der sagt, dass er sich das und jenes nicht leisten kann. Darum geht es nicht. Dann ist das eben so im Moment.

Was mich aber traurig und betroffen macht – und das zutiefst – ist das Feilschen und die abschätzigen Bemerkungen über die Tiere oder Pferde, um die es geht. Das war für mich mit das Schlimmste an der Lipizzaner-Auktion in Aachen, wo die Mamas und Papas von unseren Lieblingen versteigert wurden. So erniedrigend – und so wunderbare Wesen. Jedenfalls sehe ich sie so, andere sehen eher den Fleischwert.

Der Wert eines Lebewesens an sich ist nicht an Zahlen fest zu machen.

Ein Verkaufspreis muss und darf gefunden werden, wenn es um einen Besitzerwechsel geht. Ein Geldwert bildet aber nicht den “wahren Wert” ab, das ist gar nicht möglich.

Was meinst Du dazu? Deine Meinung interssiert mich. Ich freu mich auf Rückmeldungen und Kommentare.

 

 

 

 

 

Eine neue Entscheidung für Hawah und mich – Ausbildung in “Freiheit”

Mitkommen ja, aber ohne Halfter???

Vor zwei Wochen konnte ich meinen Hawah, eine 5 jährigen noch ungerittenen Araber-Wallach,  auf der Weide nicht aufhalftern… So ein Mist! Was sollte denn das? Ich wurde sauer – jetzt stell Dich nicht so an – sehr sehr kontraproduktiv, logischerweise.

Zwanzig Minuten lang bin ich ihm über die aufgeweichte Weide in meinen Gummistiefeln hinterhergelaufen und -gerutscht, konnte ihn auch anfassen und streicheln, er kam auch ab und zu zu mir – nur sobald ich das Halfter oder den Strick in der Hand hob, drehte er sich ab und lief einfach weg.

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Als ich schliesslich mit Raphaël am Tor war – ich wollte eigentlich zu einem Handpferdeausritt aufbrechen, also Raphaël reiten und Hawah an der Hand mitnehmen, stand er auch da. Aha, mitkommen möchtest Du schon, nur nicht aufgehalftert werden…

Ich fasste mir ein Herz und liess ihn ohne Halfter mitkommen. Wir sind ja so weit weg von jeder Strasse, dass das nicht gefährlich ist. Allerdings war ich damit das Risiko eingegangen, dass es lange dauern könnte, ihn wieder in der Weide zu haben. Aber ich hatte Zeit;-)

Unser Muli Walterli lassen wir auf Ausritten öfter mal frei mitlaufen solange wir “in unserer Wildnis” sind. Er findet das grandios und rennt voraus und wieder zurück und bleibt grasend irgendwo stehen um dann wieder im vollen Galopp aufzuschliessen.

Also probier ich das jetzt mal mit Hawah –

Funktioniert nicht

Hawah tut mir den Gefallen nicht und bleibt bei der erstbesten Gelegenheit bei den Kräutern am Wegrand hängen. O.k. dann nicht, ich drehe mit Raphaël um und gehe auf den Reitplatz. Dann arbeiten wir heute auf dem Platz – Hawah wird dann schon auch kommen, denke ich. Es ist ein regnerischer Nachmittag, so dass ich ziemlich sicher bin, dass nicht mal ein verirrter Spaziergänger vorbeikommen wird.

Hawah entdeckt schliesslich die Ponystute unseres Nachbarn und flirtet mit ihr etwas über den Zaun, aber ganz gesittet. Also kein Problem. Meine Arbeit mit Raphaël interessiert ihn auch nicht wirklich, dafür ist er dann sofort zur Stelle, als ich Raphaël sein Kräuterfutter zubereite.

Da kriegt er dann natürlich auch was und siehe da, ich kann ihn völlig problemlos aufhalftern.

Aber es gibt mir zu denken

Natürlich könnte ich jetzt mit ihm wieder Aufhalftern üben, wie wir es am Anfang auch gemacht haben. Aber ich habe ja mit ihm sowieso das Thema, dass wir irgendwie noch nicht rausgefunden haben, was zu uns beiden passt.

Ich habe von unseren Erlebnissen im letzten Winter hier berichtet: Die Brücke der Liebe

Den für mich bisher normalen Weg in der Jungpferdeausbildung mit Spazieren und Handarbeit und Longieren macht ja mit, aber die Begeisterung fehlt. Er ist eine Augenweide, wie er über den Platz trabt und über die Wiese fliegt, leichtfüssig, ausbalanciert. ich habe nicht den Eindruck, dass ich ihm da im Moment viel beibringen könnte dazu. Bei Raphaël war das anders gewesen.

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Als ich das nächste Mal mit Hawah auf den Reitplatz gehe und so keine rechte Freude aufkommen mag, probiere ich es einfach aus. Ich ziehe ihm den Kappzaum aus und erwarte eigentlich dass er sagt: O.k. das wars dann wohl und sich davon trollt.

Neben unserem Reitplatz wachsen allerlei grüne Dinger… Zu meinem grossen Erstaunen geschieht das nicht und wir laufen gemeinsam, ich kann ihn sogar vorsichtig von mir weg schicken und er bleibt in einem kleinen Kreis bei mir.

Plötzlich ist der Weg klar

Ich Deppl, dass ich das nicht schon längst bemerkt habe?? Ist doch logisch, dass mein Freigeist und Kasper Hawah am liebsten frei arbeitet. O.k. sage ich ihm, sorry, dass ich so schwer von Begriff war. Da machen wir jetzt weiter, mal sehen, wo uns das hinführt.

Und ich bin total beglückt, mein Bauch hatte mir sowieso gesagt, dass ich noch mindestens ein halbes Jahr warten solle mit reiten bei ihm. “Aber er ist ja jetzt schon fünf!”, meint das Teufelchen auf der anderen Schulter. Jetzt kann ich dem Teufelchen sagen: “Ja stimmt, er ist schon fünf und topfit, aber wir brauchen jetzt Zeit um diese Freiarbeit aufzubauen.”

Ich freue mich so, auf den neuen Weg mit ihm, das fühlt sich total stimmig an.

Ich habe mich jetzt nochmals vertiefter mit Honza Blaha und seiner “free line collection” beschäftigt. Hier ein Video-Link dazu:

Honza Blaha – Open Borders

Die Bestätigung – das Experiment beginnt

Gestern bin ich auf die Weide der Jungs gegangen und wollte nur mal eben Hawah nochmals begrüssen und ganz kurz mit ihm üben bevor ich nach Hause fuhr. Sie waren alle Zehn in der anderen obersten Ecke der Weide mit Grasen beschäftigt. Ich rief: Hawah!

Erst keine Reaktion. Unsere Tochter Lia meinte: Das interessiert den nicht wirklich.

Dann hoben Tari und Hawah beide den Kopf und schauten mich an und setzten sich in Bewegung, langsam zuerst, dann immer schneller. Hawah kam im gestreckten Galopp zu mir, schaffte es nicht, vor mir zu bremsen, hielt dann zwei Meter hinter mir und drehte sich zu mir um.

Kurz darauf war natürlich der ganze Rest der Truppe auch angerauscht. Ich übte mit Hawah noch kurz die Anfangsübungen: rückwärts gehen auf Signal vor der Brust und mit dem Kopf zu mir, mitlaufen und Hinterhand weichen lassen. Wie wenn er nur darauf gewartet hätte, wir haben das erstaunlicherweise sogar mitten in der Gruppe einigermassen hinbekommen.

Diese Grundübungen zu festigen in allen möglichen Situationen und auf immer grösser werdende Distanz wird nun für längere Zeit unsere Aufgabe sein. Wenn ich das richtig verstanden habe jedenfalls – und wir haben uns schon für Oktober zu einem Kurs angemeldet, da werden wir dann mehr erfahren. Ich kann Euch gar nicht beschreiben, wie ich mich darauf freue, einen neuen Weg zu begehen. Das Lernen und Erfahren hört eben nie auf. Vorerst mal danke Hawah, dass Du mir gezeigt hast, dass Du gerne etwas anders hättest.

Ich werde mit Hawah nun diesen Weg beschreiten, in möglichst reiner Form, und werde hier immer wieder über unsere Erfahrungen dabei berichten.

Das heisst nicht, dass ich diese Art der Ausbildung für die allein seligmachende halte. Ich denke, es ist wirklich wichtig, individuell den passenden Weg zu finden. Für Hawah und mich und unsere Lebenssituation passt das nun gerade – und fit werde ich auch noch werden, wenn wir gemeinsam durch die Gegend joggen…

 

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Das heilige Pfingst-Pferd

Am Pfingstsonntag 1985 kam mein erstes eigenes Pferd zur Welt. Sie wurde auch nach ihrem Geburtstag genannt: Penta Costa, was übersetzt Pfingsten heisst.

Ich habe sie im Januar 1990 gekauft, gerade angeritten. Ich war durch die ganze Schweiz gefahren auf meiner Pferdesuche – und hatte schliesslich SIE gefunden. Bei unserem Probeausritt hatte ich das Gefühl, ich könnte morgen mit ihr auf eine Weltumrundung aufbrechen, so seltsam vertraut irgendwie.

Sie war eine kleine Dunkelfuchs-Stute – genau was ich mir immer gewünscht hatte – und zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, ich würde sie dann schon erziehen. Sie war sehr unfreundlich und bissig, vor allem in der Box.

Heute weiss ich, dass es eher umgekehrt war, dass sie also mich erzogen hat, oder sagen wir, mir Impulse zu meiner Weiterentwicklung gegeben hat – und zwar genau die richtigen und wichtigen.

Anfangs war ich sehr gefordert mit ihr. Wenn ich sie von der Weide holen wollte, ging sie im Galopp mit geöffnetem Maul auf mich los – das erste Mal rannte ich davon und hinter einen Baum, weil ich um mein Leben fürchtete und sowas auch noch nie erlebt hatte.

Ich bewaffnete mich daraufhin mit  Karotten und ging x mal zu ihr hin um sie einfach zu füttern und dann weiter grasen zu lassen, bevor ich sie aufhalfterte. Dieses Thema war dann damit bald aus der Welt.

Wenn schon, dann mit vollem Einsatz

Aber: Bei jeder Gelegenheit riss sie sich los, zerriss Stricke, ungezählte Halfter, riss sogar Dübel mit Anbinderingen aus der Mauer. ich dachte erst, sie hat Angst, aber wenn der Strick oder was immer kaputt war, schüttelte sie sich und blieb seelenruhig stehen. Es war mehr so: Ich lass mich von Dir hier nicht anbinden. Und – wen erstaunt`s – sie verletzte sich dauernd. Ich hatte wöchentlich mindestens einmal den Tierarzt im Stall. Penta verschlang bestimmt die Hälfte meines bescheidenen Einkommens. Ich hatte ja erst vor einem Jahr mein Studium abgeschlossen und hatte nun einen 60% Job, damit ich auch genügend Zeit für mein vielgeliebtes Pferd hatte.

Mehr als einmal stand ich heulend im Stall. Ich verbrachte jede freie Minute bei ihr und versuchte ihr ein wirklich schönes Leben zu bieten – und sie? Giftete mich an, brachte mit ihrer Reisserei sich und andere in Gefahr und hatte dauernd ein Wehweh.

Erstaunlicherweise stellte ich mir dennoch nicht die Frage, ob ich das falsche Pferd gekauft hätte. Reiterlich waren wir recht harmonisch, sie war auch ausgesprochen verkehrssicher und ich liebte sie einfach über alles.

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Ich besuchte fleissig Reitstunden mit ihr und stellte mit Schrecken fest, dass ich immer mehr Kraft brauchte beim Reiten, während wir im Umgang allmählich zu mehr Harmonie fanden.

Ich sprach darüber mit meiner Reitlehrerin, die nur meinte, ich solle doch froh sein, wenn ich ein wenig mehr Anlehnung hätte an der Hand.

Das wars dann – es mussten neue Wege gefunden werden

Das machte für mich absolut keinen Sinn, wieso sollte ich ein feinfühliges junges Pferd mit immer mehr Kraft an Schenkel, Sitz und Hand reiten? Ich besuchte Seminare und Kurse, suchte andere Wege.

Fündig wurde ich dann bei Bettina Schürer, die mir klipp und klar sagte: Du sitzt ganz nett auf Deinem Pferdchen, das Pferdchen läuft auch recht nett – nur habt ihr nicht viel miteinander zu tun.

Ich wusste, dass sie recht hatte. Ich hatte mir eine dermassen mechanische und automatisierte Hilfengebung angewöhnt, dass ich gar nicht mehr spüren konnte, was Penta unter mir genau tat. Es war ein steiniger Weg zurück zum Fühlen und Wahrnehmen.

Bis ich nur schon im Schritt fühlen konnte, wann welches Hinterbein nach vorne tritt. Ich bin stundenlang durch den Wald geritten und war mit Fühlen beschäftigt und immer wieder der Kontrollblick nach hinten – hab ich’s jetzt?

Bettina hat mir auch die gewohnten Zügelhilfen quasi “weggenommen”. Ich wollte ja auch nicht an ihr herumziehen. NUR: Da kamen dann meine ganzen Unfähigkeiten erst zum Vorschein. Das schlimmste war die Phase, in der ich nicht mehr nach rechts abwenden konnte (ohne am Zügel zu ziehen). Und Penta war so schrecklich konsequent! Ich dachte mir: Du könntest ja auch mal gnädig sein mit mir, Du weisst ja genau, was ich will. Ja, aber das tat sie nicht. Sie blieb ungnädig solange bis ich meinen Knorz und Krampf bei mir gelöst hatte. Das schaffte ich schliesslich mit Musik auf dem Reitplatz und Mitsingen – oh happy day :-). Dann gings plötzlich butterweich.

Meine beste beste Freundin

Penta wurde zu meiner besten besten Freundin. Und bleib das bis ans Ende ihrer Tage. Viel zu früh, mit knapp 21 musste ich sie gehen lassen mit 2 gerissenen Sehnen.

Sie war eine starke Persönlichkeit und hat mich gelehrt, auch zuzuhören und nicht nur Befehle zu erteilen.

Sie war in der ganzen Zeit meine wichtigste Lehrerin – vielleicht gerade, weil wir es nicht immer einfach hatten miteinander.

Und wenn ich an sie denke – was ich bestimmt mehrmals täglich tue, auch heute noch – fühle ich, was uns bleibt, wenn unsere geliebten Pferde mal gegangen sind. Es sind diese Erinnerungen an manchmal von aussen total unspektakuläre Momente – auf der Weide, im Stall, im Wald und beim Reiten. Und auch an die spektakulären – wie wir mehr als 3 Stunden versucht haben sie zu verladen zum Beispiel. Oder das Gefühl, als ich sie an unserer Hochzeit geritten habe – unvergleichlich, sie schien zu wissen, dass das hier wichtig und gross war.

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Leider ist das Foto ziemlich unscharf, aber wir hätten alles reiten können in diesem Moment, alles was wir sonst gar nicht konnten, sie war sowas von bei der Sache. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.

Seither ist Pfingsten für mich der heiligste Tag des Jahres – weil damals mein “heiliger Geist” zur Welt gekommen ist: PENTA COSTA.

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Liebe, die trägt – mein Dank an ein Pferd, das nie tat, was ich mir erhofft hatte

Im März 1999 bat mich eine Freundin, sie bei Ihrer Pferdesuche zu begleiten und zu beraten. So fuhren wir an einem regnerischen Märztag ins Elsass auf ein Arabergestüt, wo mehrere Pferde zum Verkauf standen. Der Besitzer des Gestüts “du Florival” sattelte 4 Pferde und wir machten uns zu acht – also vier Pferde und vier Menschen – auf ins hügelige Gelände. Unterwegs wurde so gewechselt, dass meine Freundin jedes der vier Verkaufspferde geritten hatte. Einen Reitplatz gab es nicht.

Starke Armmuskeln – echt jetzt?

Ich ritt zuerst einen kleinen hübschen Hengst, wechselte danach auf einen Rotfuchs – Wallach. “Hast Du starke Armmuskeln?”, war die Frage, bevor er mir überreicht wurde. Eigentlich pflege ich nicht den Armmuskeln zu reiten, aber was blieb mir anderes übrig? Er war keine Schönheit, mager und grobknochig mit dickem Bauch und tiefen Löchern über den Augen. Aber sein Gesicht war mir schon ganz am Anfang aufgefallen – sein Blick hatte mich berührt.

Hier wurde anders geritten als ich das gewohnt war, Renngalopp über Schotterwege, Trab gabs nicht. Mein Herz war mir schon längst in die Hose gerutscht und ich dachte mir: laufen lassen, die kennen das…. Ich liess also auch Ibson so gut wie möglich laufen, bremste ihn mehr mit dem Vorderpferd als mit den Zügeln – und da stellte sich ein ganz unbekanntes und wunderschönes Gefühl ein. ER TRÄGT MICH!

Ich wollte gar nicht mehr absteigen, es war einfach toll.

An diesem Abend fuhren wir nach Hause und es war klar, dass meine Freundin kein Pferd gefunden hatte, ich aber jetzt ein Problem hatte.

Wie ein Teenie

Mein erster Gedanke am morgen galt diesem Pferd und er letzte am Abend. Mein Lebenspartner wollte von einem zweiten Pferd nichts wissen. Er oder ich, so seine Devise. Ich träumte von dem feurigen Fuchs, der mich auf dem Reitplatz und im Gelände zu glücklichen Momenten tragen würde.

Ein schrecklicher Zustand – am Geld lags nicht, davon war genügend da damals. Am ersten Mai sollte auf dem Gestüt eine Verkaufsschau stattfinden. Ich vereinbarte mit mir selbst, diesen Termin verstreichen zu lassen und danach nochmals anzurufen und zu fragen, ob ER noch da wäre.

Er war noch da… Ich musste ihn nochmals sehen und mir darüber klar werden, was das sollte. Ich vereinbarte einen Termin am Pfingstsamstag. Ich bat darum, mit ihm alleine ins Gelände zu reiten. Er konnte kaum laufen, weil er total abgelaufene Hufe hatte von einem Wanderritt, den er kürzlich absolviert hatte. “Er hat gute Gänge, er läuft auch am Ende eines langen Tages noch schnell”, meinte der Verkäufer. Ich konnte seine Gänge überhaupt nicht beurteilen, weil Rennen nichts mit Gangqualität zu tun hat für mich und er ja jetzt ging wie auf Eiern.

Bist Du mein Pferd?

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Wir schlenderten also durch den Wald, immer den weichen Wegrand suchend, und ich stellte mir und ihm innerlich Fragen. Bist Du mein Pferd? Keine Reaktion, also bei mir innendrin. Was machen wir da? Keine Reaktion. Und so fort. Ich war schon vollkommen ratlos. Das Gefühl des Getragen-Seins wollte sich auch nicht wieder einstellen.

Da fragte ich: Soll ich Dich dalassen? Sofort schossen mir Tränen in die Augen.

Dalassen also nicht, dann kaufen? Trotz allem? Mit meinem Lebenspartner hatte ich einen Deal vereinbart, hatte ein separates Budget für Ibson und versprochen, dass ich dafür sorgen würde, dass er nicht mehr Familienzeit verschlingt als eh schon normal war bei mir. Ich würde ihn sonst in Ausbildung geben oder Reitbeteiligungen suchen.

Am Pfingsmontag kam er an

Ich hatte eine verlängerte Probezeit ausgehandelt, weil ich ihn ja nicht wirklich probereiten konnte auf dem Gestüt mit seinen abgelaufenen Hufen und ohne Reitplatz. 30 Tage hatte ich Zeit, zu entscheiden. Er spazierte auf die Weide mit einer Selbstverständlichkeit, die einer Freundin den Satz entlockte: “Du siehst schon, dass er da nie wieder weggeht, oder?”

Bei der Ankaufsuntersuchung reagierte er auf sämtliche Beugeproben. Also Röntgenbilder. Zwei Gelenke geröntgt, zwei Chips (Knochensplitter) gefunden. Die Sprunggelenke liessen wir dann… Der Tierarzt erklärte mir, dass es russisches Roulette sei, dieses Pferd zu kaufen. Ich hatte mir jedoch vor genommen, ihn zu kaufen, wenn er nicht jetzt schon Einschränkungen hat, die verunmöglichen, dass er schmerzfrei bei mir 20 werden könnte. Der Verkäufer wollte dann aufgrund der Röntgenbilder erst Salami aus ihm machen, ging dann aber – natürlich – auf mein Angebot des reduzierten Preises ein.

Ernüchterung

Da hatte ich nun also das Pferd meiner Träume und nichts von dem, was ich mir ertäumt hatte, schien einzutreffen. Auf dem Reitplatz war er hart wie ein Stück Holz und sehr sensibel. Wenn ich innerlich unzufrieden war mit mir oder ihm oder der Welt, machte er zu. War weg, nicht mehr für mich erreichbar. Er lief trotzdem, mit Vorliebe schnell und wehrte sich auch nie anders als durch den Kopf hochreissen, es war aber dennoch total unbefriedigend für mich.

Die Reitbeteiligungen gaben immer wieder auf, weil er im Gelände dazu neigte, durchzugehen. Ich wurde unverhofft nochmals schwanger mit unserer Tochter Lia und das machte mein Zeitmanagement auch nicht besser. Auch blieb er eher reserviert, kein Schmuser – schade!

Ich überlegte mir, ihn zu verkaufen, hatte sogar eine tolle Interessentin, die ihn an einem Kurs gesehen hatte, aber schlussendlich brachte ich es nicht übers Herz. Körperlich und psychisch ging es ihm immer besser. Mir war anfangs nicht klar gewesen, wie angeschlagen seine Psyche gewesen war. Er war nach einem Unfall als 5 jähriger kastriert worden und hatte offensichtlich Mühe, sich als Wallach zurecht zu finden. Er wäre sehr hengstig gewesen vorher, sagte uns der Züchter. Ibson wurde mit der Zeit der Ranghöchste unserer Offenstallgemeinschaft und nach kurzer Zeit war er ein fairer und sanfter Chef.

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Mit Druck geht nix

Ich hatte verstanden, dass Druck bei ihm zum “Stück Holz-Syndrom” führt und probierte andere Wege. Immer wieder wurde mir klar, dass er sich dabei ähnlich verhält wie mein Sohn Jan. Dieses Wissen half mir oft in Situationen, in denen ich mit Jan nicht mehr weiterwusste. Wenn etwas ähnliches bei Ibson nicht funktionierte, dann würde es das bei Jan auch nicht tun.

Meine Stute Penta hatte dauernd irgendwelche Krankheiten und Lahmheiten.  Ohne Ibson als zweites Pferd, dem es immer besser ging, wäre ich wohl überzeugt gewesen, dass ich alles falsch mache und zur Pferdebesitzerin einfach nicht tauge.

Er hat mich getragen, die ganze Zeit

Mit einem Schlag fiel es mir wie Schuppen von den Augen, da war er schon bestimmt 8 Jahre bei mir. Er hat mich getragen, durch sehr schwierige Zeiten, allerdings mehr psychisch als physisch –  und ich habs nicht wirklich bemerkt.

Ich hatte andere Vorstellungen und Erwartungen gehabt, dachte, wir müssten die Versammlung lernen und piaffieren oder sonstige reiterliche Highlights erreichen. Nichts dergleichen.

Aber er hat alles mitgemacht, war immer für mich da, hat mich gelehrt, den Druck, den ich mache, zu reflektieren. Er wurde gesünder, er hat in den Reitstunden geduldig Kinder und Behinderte getragen. Er hat mir unbeschwerte Stunden bereitet auf langen Ausritten und nachdem ich meine geliebte Penta einschläfern lassen musste, war das für mich der beste Weg gewesen, damit Frieden zu schliessen. Er hat mich auch da getragen.

Ohne ihn hätte ich manche Entscheidung anders getroffen, von der ich heute überzeugt bin, dass sie goldrichtig war. Er hat mir so sehr geholfen. Und dann:

Bestimmt kein Kinderpferd – oder?

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Und dann kam die Zeit, als unsere Tochter Lia begann, sich mit ihm abzugeben. Lange lange Spaziergänge mit vielen Fresspausen haben die beiden anfangs gemacht. Lia war 8 Jahre alt. Dann kam das Reiten dazu, erst mit, dann ohne Longe. Ich hätte nie gedacht, dass Amir, wie wir ihn inzwischen nennen, mit einem Kind so harmonieren würde. Aber die beiden haben sich gefunden. Ich habe ihn Lia zu ihrem 10. Geburtstag geschenkt. Hier kann er Nummer 1 sein, von ihr bekommt er die viele Zeit, die ich nicht hatte.

Ein Herz und eine Seele sind die beiden – Amir ist am nun am 31. März 2016 23 Jahre alt geworden. Es plagt ihn etwas Arthrose, die Chips haben sich nicht bemerkbar gemacht. Er ist nach wie vor der umsichtige Chef unserer grossen gemischten Gruppe. Und Lias Ein und Alles.

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So haben sich die inneren Antworten auf meine Fragen auf meinem Ritt am Pfingstsamstag 1999 alle  bestätigt, er ist nicht “mein” Pferd – und doch war es so wichtig für uns alle, ihn nicht dortzulassen. Dank Amir weiss ich was das ist, Liebe, die trägt. Sogar wenn ich es lange nicht bemerkt habe.  Danke Amir! Tausend mal Danke!

Herausgefordert von “frechen” Junghengsten

Süss schauen und schmusen, ja das können sie bestens. Unsere ausgemergelten Lipizzaner-Fohlen mausern sie sich langsam aber sicher zu Junghengsten. Die mittlerweile auch Energie übrig haben zum Spielen und Toben. Wie sich das für Junghengste so gehört.

Die Kehrseite der Medaille

Ich gönne Ihnen Ihre Kraft und Ihr Selbstbewusstsein von Herzen. Aber jetzt sind auch wir gefordert.

Vor allem wenn wir im Weg stehen, in einem der wichtigsten aller Wege – nämlich dem Weg zum Futtereimer. Was bisher immer funktionierte, wird plötzlich wild und wirr und wir haben Mühe, sie geordnet zu ihrem Futter zu bekommen. Da wird am Tor gedrückt und gedrängelt was das Zeug hält. Geduldiges Warten ist Vergangenheit.  Kaum geht das Tor einen Spalt weit auf, wollen sie alle gleichzeitig durch. Das heisst alle drei. Tari macht da nicht mit, er mag kein Gedrängel. Da geht er sofort auf Abstand. “Weiser alter Mann” hat ihn kürzlich jemand genannt, ja das kommt hin.

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Hilft aber nichts, da sind noch drei, die von heute auf morgen das Kommando “Zurück”, das sie so im Alltag alle ganz gut kennen, vergessen haben. Kein Gewedel mit dem Seil hilft, kein Stimmkommando. So kann das manchmal gehen mit Pferden, die sich entwickeln. Weiterlesen

Nach welchen Früchten willst Du greifen? 3 Fragen, die Dich weiterbringen

Der Frühling hält nun eeendlich doch Einzug. Nach welchen Früchten möchtest Du diesen Herbst greifen?

Es ist wieder länger hell und wärmer und es grünt. Die richtige Zeit um Pläne zu schmieden, sich Ziele zu setzen, sich klar zu werden, was Du Dir für diese Saison mit dem Pferd wünschst.

Und da gibt es ja jede Menge Möglichkeiten. Unsere Tochter zum Beispiel hat das Thema Horseathlon entdeckt. Eine Pferdesportart, die es bisher glaube ich vor allem in der Schweiz gibt. Also werden Kurse im Internet gesucht und das Sparschwein wird gewogen und sie ist schon ganz aufgeregt, ob es dann auch klappt mit ihren Plänen.

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Ziele sind hilfreich 

Ziele sind eine tolle Sache – aber erstmal musst Du sie finden. Schon dieses Finden, falls sie nicht schon glasklar vor Deinem inneren Auge erschienen sind, hilft Dir dabei, klarer zu werden, was Du wirklich willst.

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Morning Light – ein nicht gehaltenes Versprechen

Gestern habe ich auf der facebook-Seite “Mit Pferden sein” einen Text gelesen, in dem es über Erinnerungen an Schulpferde ging.

Die Zeit allein heilt keine Wunden

Da hat es mich überkommen – plötzlich merkte ich wie mir Tränen über die Wangen kullerten. 35 Jahre später! Weil sofort wieder die Erinnerung an Morning Light, kurz genannt Mogli, da war. Morning Light war ein Schulpferd in der Reitschule, in der ich meine Jugend verbracht habe. Er war ein Schimmel – vielleicht daher meine Liebe zu den Schimmeln? – und knochig und ziemlich hässlich. Und er war unzufrieden. So sehr unzufrieden und unglücklich, dass es wirklich jeder bemerken musst. Die Ohren waren so gut wie immer hinten, er biss beim Satteln und er frass nicht mal seinen Hafer.

Morning Light, so viel wusste ich, war einstmals ein Vielseitigkeitspferd gewesen. So stellte ich ihn mir immer wieder vor, wie er in stolzer Galoppade auf der Geländestrecke ging.

Kein Vergleich zu diesem Pferd, das hier nun im Ständer stand. Ja vor 35 Jahren war Ständerhaltung noch üblich. Mogli stand im 3 Ständer links gleich nach dem Eingang.

Ich ritt ihn so gut wie nie, ich bekam die “besseren” Pferde. Und es war ja auch gar nicht so, dass ich ihn reiten wollte. Er lief, wie im Stall über ihn gesagt wurde, wie “eine Ameise auf der Flucht”. Ultrakurze Tritte. Im Galopp neigte er dazu, sich zu wehren, wenn jemand zu sehr mit den Beinen klemmte oder ihn mit dem Schenkel antrieb. Dann hob er bei jedem Galoppsprung den Allerwertesten in die Luft, nicht sehr hoch, aber doch. Deshalb gab man den Reitschülern eine kurze Gerte, mit dem sie ihn in den Galopp – ähhh prügelten? Weiterlesen

Weil Du wertvoll bist – Schlösser knacken, neue Räume erkunden

In der Blogparade meiner vielgeliebten Taschendamen “Nicht nur Taschen – Taschen mit Mission” geht es um Frauen und darum, dass wir uns selbst wertschätzen. Auf welche Art wir das tun können und wie wir’s anstellen, es nicht dauernd zu vergessen vor lauter Irgendwas.

Scheinbar passt das Thema nicht in einen Blog über die Beziehung zwischen Mensch und Pferd. Oder doch?

Ich würde sagen: Und wie! Das passt perfekt!

Und zwar weil es salopp gesagt so ist, dass wir im Grunde ein Lebewesen nur so sehr wertschätzen können wie wir uns selbst wertschätzen.

Nein nein nein! höre ich viele rufen. Ich liebe meine Kinder, meinen Mann, meine Eltern, wen auch immer (mein Pferd, den Hund) mehr als mich selbst.

Das kann schon sein. Aber lieben ist nicht dasselbe wie wertschätzen.

Was ist der Unterschied?

Wert – Schätzen, also den Wert von etwas/jemandem hoch einstufen. Wie geht man/frau mit etwas um, dessen Wert sie hoch einstuft? Ja klar sorgfältig!

Und Hand auf’s Herz – gehst Du immer sorgfältig um mit etwas das Du liebst?

Ich zum Beispiel war schon oft ruppig zu meinem Mann, viel ruppiger als zu Fremden, die ich auf jedenfall weniger liebe als meinen Mann. Liebe, oder jedenfalls das was in der Alltagssprache als Liebe bezeichnet wird,  schützt vor Grobheit nicht, behaupte ich deswegen. Sie schafft möglicherweise Nähe, wenn es gut geht. Aber gerade gegenüber denjenigen Wesen, die uns am nächsten sind, sind wir am verleztlichsten und geraten am raschesten in emotionalen Stress. Der dann in Grobheit umschlägt.

Mama, ich versteh Dich nicht

Mama, ich versteh Dich einfach nicht, sagte mein mittlerer sehr feinfühliger Sohn mal zu mir. Du liebst diesen Hund über alles. Aber wenn Du schlecht gelaunt bist, dann kriegt er es zu spüren.

Das sass. Ich wusste, dass er recht hatte. Ich riss mich meinem Mann gegenüber meistens zusammen, den Kindern gegenüber auch, aber wenn das Mass voll war, hatte ich keine Kraft mehr, mich auch meinem wirklich über alles geliebten, aber sehr sehr anstrengenden Hund gegenüber im Griff zu haben.

Die Lösung des Dilemmas: Schlösser knacken – neue Räume erkunden

Die Lösung dieses furchtbaren Dilemmas, das Du vielleicht auch kennst, egal ob es den Hund oder sonst wen angeht,  liegt aber tatsächlich in der Wertschätzung, die ich mir selbst entgegenbringe. Es geht darum, sich aufzumachen um neue Wohlfühlräume für Dich selbst zu erkunden und zu erschaffen. Das ist kein Luxus, wie ich früher oft dachte.  Und möglicherweise gibt es da Schlösser Deiner Gewohnheiten und Glaubenssätze, die geknackt werden dürfen. Um zu gucken, was dahinter zum Vorschein kommt.

Erschaffe Dir leuchtende Stellen in Deinem vielleicht grauen Alltag!

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Für Dich – und gleichzeitig für alle anderen

Weil ich wertvoll bin  kommt uns schwieriger über die Lippen als Weil Du wertvoll bist, oder? So viele Verletzungen haben wir schon erlebt, so viele Erniedrigungen – ich jedenfalls. Ich kann Dich nicht davon überzeugen, dass Du wertvoll bist. Das kannst nur Du!

Aber ich bin mir absolut sicher, dass Du gemeint bist, ja genau Du. Das Leben meint Dich. Gemäss der Quantenphysik, wirklich wissenschaftlich nachgewiesen, sind wir alle miteinander verbunden. Menschen, Tiere, Pflanzen, der Planet Erde, alle.

Und in diesem unglaublich komplexen Netz bist Du ein Punkt, der mit vielen anderen verbunden ist. Auch wenn Dir das vielleicht im Alltag nicht bewusst ist. Du begegnest Menschen, physisch und virtuell, zum Beispiel in dem Du das gerade liest. Du hast eine Wirkung auf Deine Umgebung durch Dein Befinden, durch jede Deiner Handlungen. Du kannst nicht “nicht wirken”.

Das Verrückteste an der ganzen Sache ist die Tatsache, dass es in einem System – sei es eine Gruppe von Zellen oder ein Körper mit all seinen Organen oder eine Gemeinschaft von Menschen oder ein Wald – für das ganze System von Nutzen ist, wenn es einem Einzelteil des Systems gut geht.

Du kannst Dir also getrost sagen, dass Du es für alle tust, wenn Du dafür sorgst, dass es Dir gut geht. Zum Beispiel mit einer Morgenroutine, die dich so richtig gut in den Tag starten lässt.  Damit fühlst Du Dich dann gut, und Du tust indirekt für etwas Schönes für alle, die mit Dir verbunden sind. Dein Tropfen wirkt auf alle Seiten.

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Sogar bis zu Deinem Pferd, falls Du denn eines hast:-)

Ist das nicht eigentlich grandios?

Mein kleiner Trick zur Selbstüberlistung

A propos Morgenroutine – ich bin ja so ein Freigeist, der schon wieder gestresst ist, wenn ich etwas tun MUSS, auch wenn ich es mir selbst auferlegt habe. Ich habe mir deswegen eine Liste von 7 Dingen gemacht, die mir am morgen gut tun und mache jeden Morgen mindestens 3 davon. So fühle ich mich immernoch frei – kleine List mir selbst gegenüber – und tue mir und wie schon gesagt, meiner Umgebung, etwas Gutes.

In meiner Liste stehen Dinge wie:

  • gesundes und gemütliches Frühstück mit vielen Früchten (das braucht schon mal Zeit zum vorbereiten) und Müsli
  • ein Sonnengruss
  • die Füsse eincremen oder ölen (ich steh ja voll auf Kokosöl) und kurz massieren
  • die Hände begrüssen (warm machen, eincremen, bewegen)
  • als erstes lauwarmes Wasser trinken – oder lauwarmes Wasser mit dem Saft einer frischausgepressten halben Zitrone
  • 15 Minuten still sitzen (oder liegen) und lauschen, was mein Herz mir gerade sagen möchte
  • mir 20 Minuten gönnen um einen inspirierenden Text zu lesen

So habe ich für jeden Morgen etwas – wenn kaum Zeit ist, ist’s der Sonnengruss und die Hände begrüssen und das Wasser trinken, das geht rucki zucki und ich habe dennoch etwas für mich getan.

Und für meine Umgebung – und meine Pferde, denen ich dann später begegnen werde.

Ich grüsse Dich von Herzen, Du Wertvolle, Kostbare

Antoinette

 

 

 

Unsere Reise zu den Elfenpferden – Teil 2

Andrea’s Suche nach ihrem Pferd

Jetzt wo also klar war, dass Emeraude nicht zurückbleiben würde, auch wenn Andrea sich nicht für sie erwärmen konnte, ging die Suche nach dem Pferd los – ihrem Pferd!

Michelle und Andrea sahen sich um – von den kleinen Hengsten waren noch am meisten Pferde da. Sie setzten sich zu den Stuten, dann zu den Hengsten, gingen herum. Was für eine unglaublich schwierige Entscheidung.

Andrea setzte sich hinten an der Wand der Halle auf einen Querbalken bei den kleinen E-Hengsten und beobachtete und wartete. Ich hielt mich ausserhalb, wollte nicht stören. Wie lange sie da so sass, kann ich nicht sagen, eine ganze lange Weile jedenfalls. Immerwieder gingen die “üblichen Verdächtigen” zu Andrea hin, es gab einige Hengstlein, die weniger scheu waren und die Besucher gerne abschnüffelten. Expresso zum Beispiel.

Die meisten ruhten oder frassen am grossen Heuballen in der Mitte. Plötzlich löste sich ein relativ kleiner hellbrauner Hengst mit heller Mähne aus der Truppe und ging in schnurgerader Linie auf Andrea zu. Immer nur einige Schritte, dann stoppte er wieder und sah sie weiter an. So ging er bis auf ca. 3 Meter zu ihr, dann blieb er endgültig stehen und sie sahen sich lange gegenseitig an.

Ich ging aus der Halle – ich war berührt, dachte, hoffentlich nimmt sie den – wollte aber auf ihre Entscheidung keinen Einfluss nehmen. Ca. eine Stunde später kam Andrea zu mir und sagte, ich habe ihn gefunden, komm ich zeig ihn Dir. Und sie zeigte mir ebendiesen zuckersüssen kleinen Easy. Ich war mir absolut sicher, dass er der Richtige war.

Andrea und ich setzten uns hin und schrieben eine Vereinbarung, dass ich ihn erstmal bezahlen würde, sie mir die Kaufsumme aber innerhalb eines Jahres zurückzahlen würde.

Aufbruch in ein neues Leben

Michelle fand ihren wunderschönen grossen Electron, Epi konnten wir nicht mitnehmen, weil er nicht transportfähig war – diese Geschichte kannst du hier lesen.

Eigentlich hätten wir nochmals übernachten wollen und dann am nächsten Tag frühmorgens losfahren mit unserer wertvollen Fracht, aber nun wurde uns gesagt, dass sich andere Besucher angekündigt hätten für die Nacht und die Betten gebraucht würden. So entschieden wir uns, die Nacht durchzufahren.

Erst musste noch der bürokratische Teil erledigt werden. Dann packten wir unserer sieben Sachen. Andreas Vater fuhr schon mal den Anhänger zum Stall, ich holte das Gepäck…

Die ausgesuchten Pferde wurden durch einen Gang aus Pannels in den Anhänger getrieben, gottseidank kam ich erst am Schluss dazu. Alle gingen rein, nur meine kleine Emeraude nicht. Wie ein Holzbock stand sie da. Schliesslich haben die drei Männer sie quasi in den  Anhänger reingeworfen und die Klappe geschlossen, obwohl sie noch nicht ganz drin stand. Mir blieb fast das Herz stehen, als ich ihre kleinen Hufe über der Wand auftauchen sah.

Aber sie rappelte sich auf und die fünf, Electron, Easy, Emeraude, Eltanin und Endora drückten sich nahe zusammen. Da hätten noch mal einige so kleine Pferdchen reingepasst. Und ich hatte mir Sorgen gemacht um den Platz im Hänger.

Endora hatte sofort vom ersten Augenblick an das Sagen, sie war der ruhende Pol. War ich froh, sie dabeizuhaben.

Die Fahrt zum riesigen roten Mond

Wir fuhren sofort los, es rumpelte ein wenig, wieherte einmal und dann war Ruhe an Deck. Andreas Vater und ich wechselten uns ab und wir fuhren die Nacht durch. Am Horizont erschien ein riesiger blutroter Mond, genau vor uns – ich hatte so etwas noch nie gesehen.

Wunderschön! Wir nahmen es als gutes Omen.

Die Pferde standen absolut ruhig, jedesmal wenn wir reinguckten, hatten sie sich ein wenig neu sortiert, blieben aber ganz nahe beieinander und gaben sich wohl körperlich und psychisch gegenseitigen Halt.

Die letzte Stunde war die schwierigste, weil wir keine Autobahn mehr hatten und durch die elsässischen Dörfer kurven mussten. Emeraude war am Ende ihrer Kräfte und legte sich hin. Ich hatte Angst – um ihre Beinchen, weil die anderen drauftreten könnten – und überhaupt.

Um 7 Uhr morgens fuhren wir den Anhänger rückwärts in die für die Pferdchen vorbereitete abgegraste Weide mit Unterstand und Reitplatz hinein, so dass sie einfach nur aussteigen konnten.

Alle kamen raus, Emeraude blieb liegen. Ich berührte sie, rüttelte an ihr, keine Reaktion zuerst. Oh mein Gott! Dann aber plötzlich sprang sie auf und rannte den anderen hinterher. Keine Spur von Lahmheit, gott seis gepriesen. Wir waren alle erledigt, waren einfach nur froh, alle heil hier hin gebracht zu haben.

Anfassen liess sich ausser Endora noch keiner der vier. Erstmal vor allem Füttern und bald Entwurmen.

Um 9 kamen mein lieber Mann und unsere Tochter relativ missgelaunt – ich hatte ein Pferd zuviel mitgebracht. Und dann in diesem Zustand? Ich schwor, dass aus Emeraude eine wunderschöne charakterstarke Stute werden würde. Der Familiensegen hing noch eine zeitlang schief.

Schon am zweiten Tag schlich sich mein Liebster von schräg hinten an die Heu fressende Emeraude heran, kraulte sie zart auf der Kruppe, schaute mich triumphierend an und sagte: So geht das! Wenn das keine Freundschaft werden wird;-)

Andrea verbrachte grösstenteils glückliche Tage mit den kleine Lipizzanern. Allerdings war sie traurig, dass sie Easy noch nicht streicheln konnte.

Dann Ende April kam wieder einer von Andreas Zusammenbrüchen. Sie hatte ja seit sie 12 gewesen war, den überwiegenden Teil ihrer Zeit in Kliniken verbracht. War vollgepumpt mit Psychopharmaka und auch abhängig von Schlafmitteln. Ein erneuter Aufenthalt in einer Psychiatrischen Klinik war leider unumgänglich. Es sollte das letzte mal sein, dass sie Easy gesehen hat.

Ende August hat sich Andrea in der Klinik das Leben genommen. Easy war nicht genug Halt für sie gewesen auf der Erde. Wir auch nicht. Leider. Dennoch war Andrea sehr dankbar für Alles. Dafür, dass wir sie aufgenommen hatten und auch für die Erlebnisse, die sie mit den Pferden und ihrem Easy hatte. Die Verbindung, die sie zu ihm gespürt hatte. Wir waren bis am Schluss in Kontakt, schriftlich und telefonisch, und ihre letzte Nachricht an mich war, dass sie am Dienstag gerne kommen würde und einen Spaziergang mit Easy machen. Dieser Spaziergang hat nicht mehr stattgefunden.

Der Schock war gross.

Trotzdem bin ich für meinen Teil sicher, dass es sich gelohnt hat, trotz allem. Ohne Andrea wären nun auch keine Elfenkinder bei uns. Das Leben geht manchmal verschlungene Wege.

Hier Andrea und Easy:

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Wie viel lieber hätte ich geschrieben, dass Andrea Easy sich bestens verstehen, dass sie Easy alles beigebracht hat was so ein kleiner Jüngling können sollte. Es kam anders. Es liegt nicht alles in unseren Händen.

Über die Entwicklung unserer Elfenkinder berichte ich im 3. Teil.