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Glaub nicht alles, das Du denkst

Warum können wir unser Denken so schlecht kontrollieren und warum beeinflusst das so oft unser Pferdetraining negativ?

Seit längerem befasse ich mich nebenbei auch sehr mit dem Denken, dem Verstand, unserem Gehirn und wie sehr es uns oft unbewusst beeinflusst. In ganz jungen Jahren habe ich schon herausgefunden, dass es sich lohnt zu lernen, das eigene Gehirn bewusster zu steuern und nicht einfach durch eigene Gedanken gesteuert zu werden.

Du steuerst – Deine Gedanken folgen Dir!

Es gab mehrere Momente, einer davon auch mit den Pferden, bei denen ich bemerkte, was für eine Kraft und daraus resultierende Möglichkeiten wir haben, wenn wir uns unserer Gedanken bewusster sind.

Mein Sturz vom Haflinger Novalis

Beim ersten Fall bin ich von einem wirklich sehr lieben und sehr faulen Haflinger gefallen. Er hieß Novalis und war mein absolutes Lieblingsschulpferd. Ich habe es geliebt, ihn zu reiten. Er war in allem so gemächlich und entspannt, dass ich nie Angst haben musste, zu stürzen. Leider galoppierte er überhaupt nicht gerne und eines Tages „buckelte“ er (aus heutiger Sicht bin ich mir sicher, dass er nur einmal den Hintern anhob) beim angaloppieren und ich stürzte. Mir passierte gar nichts, aber plötzlich war sie da: die Angst.

Den Angst-Gedanken umwandeln

Wochenlang traute ich mich nicht mehr zu galoppieren. Irgendwann schämte ich mich dafür, dass ich jede Woche nein sagte zur Frage der Reitlehrerin, ob ich heute galoppieren wolle und wurde richtig wütend auf mich selbst. Ich fragte mich selbst – das erste Mal – wovor ich eigentlich Angst hatte? Die Antwort könnt ihr euch bestimmt denken: Ich hatte Angst vorm Stürzen. Ich hatte Angst, dass ich mich dabei verletzte. Und dann passierte etwas Faszinierendes: Plötzlich hatte ich einen Gedanken, der mir bis heute hilft. Ich fragte mich selbst, was denn Schlimmeres passieren konnte, außer das ich eben runterflog. Ich meine, mehr kann es ja nicht sein oder? Diese mentale Umkehrung desselben Gedankens hat mir total geholfen. Beim nächsten Mal galoppierte ich. Und immer wenn ich stürze steige ich wieder auf und wandel mir meine Angst um.

Hilft auch bei Liebeskummer

Der zweite Fall trat ein, als ich richtig Liebeskummer hatte und an nichts anderes mehr denken konnte, außer daran wie schlimm es für mich ist, nicht mehr mit meinem Freund zusammenzusein. Irgendwann war ich selbst richtig genervt von meinem Zustand, schließlich wollte ich glücklich sein, ein Zurück war ausgeschlossen, also musste ich da möglichst schnell wieder rauskommen. Ich spürte selber, wie meine Gedanken nichts anderes mehr taten, als um meine nicht mehr vorhandene Beziehung zu kreisen. Ich weiß nicht woher ich diese Idee hatte, aber ich überlegte mir, dass ich jetzt stattdessen immer an was schönes Denken möchte, wenn ich wieder über meine Beziehung nachdachte. Also überlegte ich mir einen „Alternativen“ Gedanken, den ich ab jetzt immer denken wollte. Ich kann euch sagen, dass war am Anfang echt mühselig. Zu Beginn dauerte es bis ich überhaupt bemerkte, dass ich gerade über etwas nachdachte, über das ich nicht mehr nachdenken wollte. Es dauerte auch dann keinen 2 sec bevor mein Verstand mich irgendwie wieder zurück gebracht hatte zu dem eigentlichen Thema und ich wieder bewusst den alternativen Gedanken einladen musste. Aber es dauerte nicht lang, bis ich es immer besser steuern konnte und es mir immer besser ging.

Wenn Trauer lähmt

Der dritte Fall war, als ich innerhalb recht kurzer Zeit mehrere sehr wichtige Menschen verloren hatte. Jeder weiß, dass Trauer unglaublich lähmend sein kann. Hier hat mir geholfen, mich bewusst immer wieder auf die Dankbarkeit zu konzentrieren. Dankbar zu sein, diesen Menschen oder dieses Tier gekannt zu haben und mir zu überlegen, was davon in mir weiterleben darf und wird. Dadurch konnte ich meine Emotionen besser kontrollieren und umwandeln und den Zustand etwas erträglicher machen.

Das sind jetzt nur ausgewählte Beispiele. Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass wir andauernd unbewusst von unseren Gedanken kontrolliert und gesteuert werden.

Das Phänomen Stress

Ein häufigstes Phänomen ist Stress: Kennt ihr das, dass wenn ihr gestresst seid, dass in eurem Kopf eine permanente Liste der Dinge rumgeistert, die von euch noch erledigt werden müssen? Unaufhörlich schießt sie dazwischen, treibt den Blutdruck in die Höhe und hält euch vom entspannten Abarbeiten ab. Ich kenne das auch. Irgendwann habe ich mich gefragt, was mir das bringt. Nur weil ich mir das gestresst immer wieder vorhalte, kriege ich es trotzdem nicht schneller abgearbeitet. Ganz im Gegenteil. Es ermüdet. Es strengt an und es nimmt einem die Möglichkeit aktiv die Momente zu genießen und es ist körperlich völligst ungesund.

Surprised yogi being interrupted by owlet

Aber auch hier: Man kann lernen und trainieren den Geist ruhiger zu halten.

Und wir sollten es lernen. Schließlich wollen wir ein toller Pferdemensch sein. Im gestressten Zustand können wir kein netter und liebevoller Pferdemensch sein, der für sein Pferd da ist und in Ruhe das Pferd beim lernen unterstützt. Achtet selbst einmal drauf, wie ihr mit eurem Pferd umgeht, wenn ihr gestresst seit. Wie schnell seid ihr genervt? Wie schnell reagiert ihr ungeduldiger, wenn es euch einen Vorschlag macht, der nicht eurer Idee entsprach? Wie oft war die Einheit nicht halb so gut, im Gegensatz zu den Einheiten, bei denen ihr völligst entspannt seit?

Ich bin überzeugt davon, dass es unsere Pflicht ist herauszufinden, wie wir mit Stress und negativen Gedanken umgehen sollten. Wir können lernen, diese besser zu steuern und Mechanismen entwickeln, die uns dabei helfen. Wir sollten das unbedingt tun um besser für unsere Pferde und für uns da sein zu können.


Wenn du denkst, dass du dabei Hilfe gebrauchen könntest, mache gerne ein kostenloses erstes Gespräch mit uns aus und wir schauen, ob wir dir dabei helfen könnten.

Eure Mera

Hier kannst Du Dir einen Gesprächstermin aussuchen: https://gluecksfeuer.youcanbook.me/

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Gepostet am

16. Februar 2023