Sylvester und Neujahr sind die klassischen Gelegenheiten, bei denen Wünsche und Ziele definiert werden und man sich Vorsätze nimmt.

Ich setze mir selbst auch gern Ziele, weil sie eine Richtung angeben und weil sie auch in Teilschritte zerlegt werden können und damit die die nächsten Schritte klarmachen.

Wir können uns auch eher zu etwas Anstrengendem aufraffen, wenn wir ein Ziel haben.

Das dicke fette ABER dabei:

Unsere Wünsche, Ziele und Vorsätze entspringen meistens einer Unzufriedenheit. Nämlich damit, wie es jetzt gerade ist. Und Vorsätze tragen den Hauch der Anstrengung und des Scheiterns schon in sich.

Auf diese Weise kommen Mechanismen in Gang, bei denen wir unsere Pferde mit unseren negativen Emotionen koppeln.

Wenn ich mir beispielsweise vornehme, mit Hawah zweimal pro Woche mindestens 2 Stunden ins Gelände zu gehen und ich schaffe das dann nicht, dann werde ich unzufrieden sein mit einer Stunde Gelände und diese Grundstimmung kriegt dann auch Hawah ab.

Und das ist Blödsinn und schadet mehr als dass es nützt.

Es gibt auch Zielbilder, die einfach so entstehen, ohne dass ich mir sie ausgedacht habe. Kennst du das auch? Bei Tari zum Beispiel entstand bei unserer zweiten Begegnung, als er sich so knapp auf den Beinen halten konnte, in mir das Bild eines kräftigen weissen Pferdes das da im Roundpen lief – mit schöner dichter Mähne. Und ich nahm es als Zeichen, dass er gesund werden kann. Dieses Bild war so intensiv, dass ich es nie vergessen werde. Denn so sah er in Wirklichkeit aus. Nein, noch schlimmer, weil er da schon 3 Wochen aufgefüttert war. Ich habe keine Bilder gemacht von unserer ersten Begegnung. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, vielleicht gut so.

Bloss Tari wird nie weiss werden, weil sich nämlich gezeigt hat, dass er ein Fliegenschimmel ist und gaanz viele Tupfen haben wird. Und – nun ja das mit der Wallemähne wird wohl eher auch nicht mehr passieren. Der Schweif ist ja mittlerweile gewachsen, aber mehr als diese feinen Fäden kommen da eher nicht mehr.

Trotzdem hat dieses Zielbild uns durch dunkle Zeiten mit vielen Zweifeln begleitet. Und es hat sich ein neues Zielbild dazugesellt. Ich sehe – keine Ahnung warum, ich hatte das noch nie als Ziel – Tari in einer Art Levade. Diesmal als getupften kräftigen koordinierten Prachtskerl und mit mir auf dem Rücken. Als ich das Lia gesagt habe, hat sie gesagt: Nein, Mama, da rutschtst du noch runter. Haha, soviel also zu ihrer Einschätzung meiner Sattelfestigkeit.

Dieses Bild mit der Levade kommt mir manchmal, wenn ich ihn so anschaue und es ist mir völlig egal, ob es jemals Realität werden wird oder nicht. Denn ich bin schon sehr glücklich mit all dem was wir erlebt haben und mit den täglichen Begegnungen und Herausforderungen und mit den Geschenken, die wir uns gegenseitig machen. Und natürlich schulen wir in unseren Möglichkeiten Koordination und Kraft und gehen durchaus auch Schritte einer Ausbildung. Und dieser Weg ist in sich schon beglückend – und das, so bin ich heute nach vielen Jahren mit Pferden und schon mehreren Abschieden von Pferden zutiefst überzeugt – das ist das Wesentliche.

Immer, auch wenn es um Krankheiten und Gesundheit geht. Das Leben ist nicht berechenbar und um Glück zu erfahren – und tun wir gut daran, uns innerhalb der Gegebenheiten im Hier und Jetzt mit unseren Pferden zu verbinden. Dort sind sie nämlich auch anzutreffen.

Wenn dir ein Ziel oder Zielbild Freude macht, ist es egal, ob es jemals Realität wird.

Etwas sehr persönliches dazu: Meine Mama ist im September völlig unerwartet verstorben – als ich mitten in der Nacht bei ihrem Körper im Aufbahrungsraum ankam, war da erst der Schock, dass es wirklich so ist.

Dann als ich bei ihr stand, nahm ich wahr, als ob sie zu mir spräche: „Natürlich hätte ich noch viel unternehmen können, aber weisst du, so ist es auch gut. “ Ganz zufrieden. Sie wäre einen Tag später zu einer Wunschreise entlang der Donau aufgebrochen.

Ich glaube, dass uns Wünsche, Ziele und Vorsätze helfen können, uns nicht zu verzetteln und eben eine Richtung vorzugeben. Vorausgesetzt sie entstehen aus folgenden Grundlagen:

Du bist in Frieden mit dem was jetzt ist.

und

du liebst den Weg mehr als das Ziel – mit allen Schritten und Rückschritten.

Dann greifen nämlich die Fallen nicht, die dir von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei dem ganzen geben.

Und jetzt wünsche ich dir wundervolle Wünsche, Ziele und Vorsätze. Und obwohl ich das an Sylvester 2019 schreibe sind solche Gedanken nicht an einen Jahreswechsel gebunden.

Geniesse es, dass du frei bist und jederzeit neu anfangen kannst, wenn sich deine Wünsche, Ziele und Vorsätze nicht bewährt haben sollten.

Mich hat in den letzten beiden Jahren mein eigenes Projekt, die Online-Akademie von Herzenssache Pferd, genau dabei unglaublich viel weitergebracht. Individuell für jedes meiner 4 Pferde herauszufinden, welchen Weg ich mit ihnen beschreiten möchte, zu verstehen, wo die Herausforderungen genau liegen, körperlicher und emotionaler Art.

Ich war noch nie so glücklich und habe noch nie so viele Geschenke meiner Pferde bekommen wie jetzt. Aktuell und bis zum 2. Januar um Mitternacht gibt es ein Kennenlernangebot für die Online-Akademie mit ihren mehr als 20 spannenden Kursen und Beiträgen, die auf den verschiedensten Gebieten Wissen und Inspiration vermitteln. Zusätzlich zur hochkarätigen Gemeinschaft der Mitglieder, die sich gegenseitig unterstützen.

Und zum neuen Jahrzehnt gibt es ein Neujahrs-Angebot: eine Probemonat für nur 14 Euro. Das Abo ist jederzeit kündbar und du bekommst Zugang zu 20 wundervollen Online-Kursen und zu unserer Community.

Hier findest du mehr Infos zur Online Akademie:

Viel viel Freude mit deinem Pferd – an jedem Tag des Jahres!

Herzlich

Antoinette